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Grundlegende Literatur:

Eine sehr umfangreiche Literaturliste mit mehr als 400 Titeln finden Sie im Kasten rechts. Im Folgenden schlagen wir Ihnen die wichtigsten davon vor, gegliedert nach Ihren möglichen Interessen:

  • Mathematischer Hintergrund
  • Weiterentwicklungen
  • Anwendung
  • ToscanaJ – eine Software Suite
  • Historie
  • Wikipedia-Artikel

Mathematischer Hintergrund

Das Grundlagenwerk, mit dem die Formale Begriffsanalyse umfassend dargestellt wird ist das 1996 erschienene Buch:

Bernhard Ganter, Rudolf Wille

Formale Begriffsanalyse: Mathematische Grundlagen

Springer Berlin Heidelberg; Auflage 2008, ISBN 978-3-540-60868-4

Das erste Buch über Merkmalexploration (in englischer Sprache):

Bernhard Ganter, Sergei Obiedkov

Conceptual Exploration

Springer Berlin Heidelberg; 2016, ISBN 978-3-662-49290-1

Die Formale Begriffsanalyse macht sich die Verbandstheorie zu Nutze, die fast ein halbes Jahrhundert zuvor von Garrett Birkhoff entwickelt wurde. In dieser Theorie verbindet Birkhoff die Bereiche Logik, Algebra und Geometrie miteinander. Sein Grundlagenwerk, in dem er diese damals neue Theorie vorstellt ist:

Garrett Birkhoff

Lattice Theory

AMS, Providence (RI), 1940 (3. Auflage. 1973, ISBN 0-8218-1025-1)

Weiterentwicklungen

Im Rahmen der Formalen Begriffsanalyse gab es weitere Forschungen in unterschiedliche Richtungen. Exemplarisch folgen einige Forschungsansätze, samt dazugehöriger Veröffentlichungen, die einen Einblick bieten.

Temporale FBA

Eine Erweiterung der FBA, um auch zeitlich veränderliche Prozesse zu untersuchen, wurde von Karl Erich Wolff formuliert.

Karl Erich Wolff

Process Representation in Temporal Concept Analysis

In: Mineau, G.W. (Hrsg.)

Conceptual Structures: Extracting and Representing Semantics

Dept. of Computer Science. University Laval, Quebec, Canada, 2001, S. 211-212

Fuzzy FBA

Eine Erweiterung der FBA in Richtung Fuzzy-Logik bearbeitete Silke Pollandt in ihrer Dissertation

Silke Pollandt

Fuzzy Begriffe: Formale Begriffsanalyse von unscharfen Daten.

Springer, Berlin-Heidelberg. 1997

Triadische FBA

Eine Erweiterung der Formalen Begriffsanalyse stellt die „Triadische FBA“ dar. Im Englischen „trilattices“. Dabei werden zusätzlich zu Gegenständen und deren Merkmalen Bedingungen eingeführt. Es lassen sich also Bedingungen formulieren, unter denen ein Merkmal zutrifft.

Man erhofft sich dadurch, eine einfachere Beschreibung komplexer Realität. Die Erweiterung wirft aber auch eine Reihe von Problemen auf, von denen noch nicht alle gelöst sind.

Ein erstes Ausloten Triadischer FBA nimmt Klaus Biedermann in seiner Dissertation vor:

Klaus Biedermann

A foundation of the theory of trilattices.

Dissertation. TU Darmstadt, 1998. Shaker Verlag, Aachen.

Rudolf Wille, Monika Zickwolff

Grundlagen einer triadischen Begriffsanalyse

In: G.Stumme und R.Wille (Hrsg.)

Begriffliche Wissensverarbeitung. Methoden und Anwendungen.

Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg, 2000, S. 125-150.

Anwendungen

Eine Zusammenstellung von Veröffentlichungen, die sich mit einer Vielzahl von praktischen Anwendungen der FBA beschäftigen finden Sie zusammengestellt z.B. in folgenden Publikationen:

Gerhard Stumme, Rudolf Wille (Hrsg.)

Begriffliche Wissensverarbeitung – Methoden und Anwendungen

Springer, Berlin, Heidelberg, New York 2000, ISBN 978-3-540-66391-1, S. 325–340

Bernhard Ganter, Gerd Stumme, Rudolf Wille (Hrsg.)

Formal Concept Analysis – Foundations and Applications.

Springer 2005, ISBN 978-3-540-27891-7, ISSN 0302-9743, S. 324–348.

ToscanaJ – Eine Software Suite

Der Einsatz der formalen Begriffsanalyse steht und fällt mit der Verfügbarkeit von geeigneter Software. Die Firma NaviCon, entwickelt zunächst Toscana. Aufbauend auf den Erfahrungen mit Toscana wird schließlich mit ToscanaJ eine Software Suite völlig neu konzipiert.

Die Entwickler legen ihre Überlegungen und Konzepte in einer Reihe von Veröffentlichungen dar:

Peter Becker

Numerical analysis in conceptual systems with ToscanaJ

In: Peter Eklund (Hrsg.)

Concept Lattices – ICFCA 2004, Sydney, Australia, February 23-26, 2004. Proceedings

Springer, Berlin, Heidelberg, New York 2004, ISBN 978-3-540-21043-6, S. 96-103

Artikel Online

Peter Becker, Joachim Hereth Correia

The ToscanaJ Suite for Implementing Conceptual Information Systems

Bernhard Ganter, Gerd Stumme, Rudolf Wille (Hrsg.)

Formal Concept Analysis – Foundations and Applications

Springer 2005, ISBN 978-3-540-27891-7, ISSN 0302-9743, S. 324–348.

Artikel Online

Historie der FBA

Den Startpunkt der Formalen Begriffsanalyse bildet ein Aufsatz von Rudolf Wille. Darin macht er erstmals den Vorschlag, Begriffs-Hierarchien mit den Mitteln der bereits bestehenden Verbands-Theorie zu beschreiben

Rudolf Wille

Restructuring lattice theory: An approach based on hierarchies of concepts.

Hrsg.: Fachbereich Mathematik, TH-Darmstadt.
Darmstadt 1981

Wegen der grundlegenden Bedeutung dieses Artikels wurde er später mehrfach nachgedruckt und Teil z.B. späterer Tagungsbände. So in:

ICFCA '09: Proceedings of the 7th International Conference on Formal Concept Analysis.

Springer, Berlin, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-642-01814-5

Auch für historisch Interessierte ist das Buch von Garrett Birkhoff: Lattice Theory bedeutsam. Es legt das Fundament für die FBA, fast ein halbes Jahrhundert, bevor diese selbst entwickelt wird.

Garrett Birkhoff

Lattice Theory

AMS, Providence (RI), 1940 (3. Auflage. 1973, ISBN 0-8218-1025-1)

Starken Einfluss darauf, die FBA überhaupt zu entwickeln hatte das folgende Buch:

Hartmut von Hentig

Magier oder Magister?
über die Einheit der Wissenschaft im Verständigungsprozess

Suhrkamp, (1974), ISBN: 978-3518067079

Geschichte des Ernst-Schröder-Zentrums

Anlässlich der Emeritierung von Rudolf Wille hat Karl Erich Wolff eine Festschrift verfasst, in der er die Anfänge bis zum Jahr 2003 darstellt:

Ordnung Wille und Begriff

Wikipedia-Artikel

Es gibt eine Reihe von Wikipedia-Artikeln, die ebenfalls einen Einstieg in das Thema ermöglichen: